07. Mar 2014

Frauenlauf – ein historischer Rückblick

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März blicken wir zurück auf die Entwicklung von Frauenläufen. Vor einigen wenigen Jahrzehnten war es keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen liefen und an Laufveranstaltungen teilnahmen. Erst der unermüdliche Einsatz einiger Laufbegeisterten um Katherine Switzer in der Zeit des gesellschaftlichen Wandels Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts brachte ein längst überfälliges Umdenken in der Öffentlichkeit – es war ein zäher Kampf zur Gleichberechtigung.

Enorme Pionierarbeit leistete dabei die US-amerikanische Läuferin Katherine Switzer. Switzer erlangte weltweite Berühmtheit mit ihrem „illegalen“ Antritt beim Boston Marathon 1967. Damals war es Frauen nämlich untersagt, an so großen Marathonveranstaltungen aktiv teilzunehmen wie dem ältesten Stadtmarathon der Welt – selbst bei Olympischen Spielen mutete man Frauen, gestützt von diskriminierenden und nicht-zeitgemäßen Theorien, lediglich Unterdistanzen zu. Switzer war zwar bei weitem nicht die erste Frau aller Zeiten, die an einem Marathon teilgenommen hat, dennoch hatte ihr Auftritt die nachhaltigste Wirkung. Die Bilder, wie Rennleiter Jock Semple Switzer von der Strecke drängen und aus dem Rennen nehmen wollte und an ihrem Begleiter, einem Hammerwerfer, scheiterte, gingen um die Welt und erlangten mittelfristig den von vielen sportlichen und engagierten Frauen gewünschten Effekt.

Frauenlauf – ein historischer Rückblick
SIP / Andreas Maier

Frauen laufen – eine Erfolgsgeschichte

Im Jahre 1972 leistete Katherine Switzer einen wesentlichen Beitrag zur Organisation des 1. Frauenlaufs der Welt in New York, der unter der Bezeichnung „New York Mini 10k“ bekannt wurde. Zuvor hatte die US-Amerikanerin, die nach ihrem Auftritt in Boston fünf Jahre zuvor erfolgreich interessierte Medien dafür gewann, ihre fortschrittliche Botschaft zu verstärken, vehement für ein Umdenken in der Öffentlichkeit gekämpft. Damit sorgte die stets resolute Amerikanerin in der Laufwelt für eine kleine Revolution und setzte einen brandneuen Trend. Denn dem Frauenlauf glückte eine erfreuliche, internationale Entwicklung – schlussendlich auch, weil nicht nur die laufenden Frauen, sondern auch die breite Öffentlichkeit und wirtschaftliche Kräfte das Potenzial von Frauenläufen erkannt und gefördert haben. „Ich habe schon oft gesagt, dass das mehr als laufen ist: Laufen verändert das Leben der Frauen“, sagte die Switzer bei einem Besuch des Österreichischen Frauenlaufs in Wien, der 2012 unter dem Motto „40 Jahre Frauenlauf“ stand.


Der Eintritt ins Olympische Programm

Überall in der westlichen Welt schossen in den folgenden Jahren und Jahrzehnten Laufveranstaltungen, die entweder exklusiv für Frauen waren oder an denen Frauen startberechtigt waren, wie Pilze aus dem Boden, Lauflegenden wie die Norwegerin Grete Waitz optimierten zusätzlich die Beliebtheit des Frauenlaufs. Trotzdem kämpften Frauen jahrelang aktiv um die Anerkennung der Frauenläufe auf der großen sportlichen Bühne. So brauchte etwa die Olympische Bewegung bis zum Jahr 1984, als im Rahmen der Olympischen Spiele von Los Angeles erstmals ein Marathon der Damen auf dem Programm stand – stattliche 88 Jahre, nachdem der Marathon der Herren bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen seine Premiere feierte. Erzählungen nach war es damals trotz wütender Proteste und Verbote der Offiziellen mit Stamata Reviti sogar einer Läuferin gelungen, den ersten Olympischen Marathon der Moderne zu bestreiten – ihre Leistung wurde nie offiziell anerkannt.


Heute: Frauenläufe sind „in“

Heutzutage haben sich nicht nur Frauenläufe längst etabliert, auch die laufende Frau stellt längst kein fremd wirkendes Phänomen dar – ganz im Gegenteil! Der größte Frauenlauf Österreichs findet in Wien statt. Über 30.000 Läuferinnen starten jährlich beim Österreichischen Frauenlauf auf diversen Distanzen. Der größte Frauenlauf in Europa findet in der irischen Hauptstadt Dublin statt, wo seit fast einem Jahrzehnt rund 40.000 Frauen jährlich am dortigen 10-km-Lauf teilnehmen.

Der Salzburger Frauenlauf findet heuer zum 6. Mal statt und wird erstmals an seinem neuen Austragungsort im Volksgarten Salzburg veranstaltet. Der im Kalender rot anzustreichende Termin ist der Sonntag, 29. Juni. Nur bis zum Weltfrauentag am 8. März ist die Anmeldung zum günstigsten Tarif erhältlich.