15. Jun 2018

„Mein Ehrgeiz ist geweckt!“

Mein beruflicher Alltag hat mich momentan fest im Griff. Am Wochenende toure ich mit meinen Stallpartys für Pferdefreunde durch ganz Österreich und unter der Woche müssen die Produkte für meinen Onlineshop und eben diese Stallpartys in unserer Manufaktur selbst hergestellt werden. Da bleibt wenig Zeit für ein zielgerichtetes und leistungsorientiertes Lauftraining.

Keine guten Voraussetzungen also, um am 1.Juli beim Salzburger Frauenlauf eine persönliche Bestzeit aufzustellen. Aber: Ich wäre nicht ich würde ich nicht zumindest versuchen, das Lauftraining mit der selben Hingabe und Ehrgeiz zu gestalten wie meinen Job!

Den letzten freien Samstag nutzte ich also, um wieder einmal ein bisschen flotter zu laufen und aus meinem Trott der täglichen morgentlichen Laufrunde auszubrechen. Bahntraining stand auf dem Plan. Von der übelsten Sorte. 200m und 400m Intervalle. Ich habe das Glück, dass die nächste öffentliche Laufbahn in Rif keine drei Kilometer von unserer Wohnung entfernt ist – eine ideale Distanz um sich einzulaufen.

„Mein Ehrgeiz ist geweckt!“
© Frau läuft!

In Rif angekommen musste ich dann recht schnell feststellen: Ich bin nicht die einzige die auf die Idee gekommen ist, sich heute die 400er „in die Birne zu knallen“. Ein hoffnungsvolles Salzburger Nachwuchstalent und sein ganzer Betreuerstabs hat sich auf der Laufbahn versammelt. Da wollte ich mir natürlich keine Blöße geben. Mein Ehrgeiz war geweckt. Die ersten 8x200m mit 200m Trabpause vergingen wie im Flug und ich fühlte mich – trotz der extremen Hitze – richtig gut. Nach einer kurzen Pause dann der erste 400er. Bis dahin hatte ich kein einziges Mal auf die Uhr geschaut und mich völlig auf mein Gefühl verlassen. Ich fühlte mich richtig gut – aber war ich auch schnell?

Mein Kopf sagte mir: eher nicht. Ca. 1 ½ Jahre ist es her, dass ich ein derartiges Training das letzte Mal absolviert habe. Ich war mir sicher, mehr als zehn Sekunden über meinen damaligen Trainigsziel-Zeiten zu liegen. Jetzt wollte ich es aber dann doch wissen, drückte beim Überlaufen der Startlinie auf der letzten Runde die „Lab“-Taste meiner Uhr. Ich lief mit dem gleichen Tempo und Gefühl wie die Runden zuvor los. 400m später dann die Gewissheit: es geht immer noch. Sogar besser als vor 1 ½ Jahren!

Weil ich mir keinen Druck gemacht habe, einfach nach Gefühl gelaufen bin. Die Zeit ist gleich geblieben – das Laufgefühl hat sich deutlich verbessert. Müde, aber zufrieden, lief ich die drei Kilometer zurück nach Hause und beschloss, den restlichen Tag die Beine hochzulegen.

Ich bin nach wie vor sicher, am 1. Juli beim Salzburger Frauenlauf keine Bestzeit zu laufen, aber das ist mir jetzt egal. Das Laufgefühl ist zurück und ich bin sicher der Salzburger Frauenlauf ist für mich der Neustart wieder öfter bei Rennen an der Startlinie zu stehen. 


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